Bettina Albrecht / DE

In Bettina Albrechts Arbeit erzählen die Farben ihre Geschichte, und zwar, je nachdem, die Geschichte einer Farbe oder die eines Zusammenhangs. Dabei wird Farbe bei Albrecht immer etwas, was nicht eine andere Farbe abbildet, sondern sich selbst formuliert, d.h. im Hegelschen Sinne, der postuliert, dass zum Konkreten der Begriff gehöre, haben wir hier konkrete Farbe.

Text: Sabine Techel

SEELANDSCHAFTEN
Die zunehmende Verdichtung auf Schwarz und Weiß ist ein Anzeichen für den Willen zu immer höherer Abstrahierung. Das scheint aus dem Werk heraus nur folgerichtig, denn höher verdichten (im doppelten Sinne des Wortes) ist kaum möglich. Das Gedicht ist die kompakteste, komplexeste Ausdrucksform, ob in Worten oder mit Farben. Aber, und das macht es wieder spannend, Bettina Albrecht hat nie den gleichen Blickwinkel. Hier steht sie wie ein Kind vor den Dingen, da schaut sie von Bodenniveau nach oben und da blickt sie aus der Vogelperspektive auf alles, das da unten völlig verändert scheint.

Text: Veit Stiller (Auszug), 2005