Till Augustin / DE

Die GlasHausHypothese ist eine Werkreihe von mir, an der ich schon seit ein paar Jahren arbeite... Die Grundidee geht von einer Hochkultur aus – einer zukünftigen Hochkultur – die auch schon wieder Vergangenheit geworden ist. In dieser Zivilisation war das allgegenwärtige Baumaterial Glas; Meine Arbeit ist die eines zukünftigen Archäologen, der Fundstücke aus dieser Welt findet und der Öffentlichkeit zeigt.

Till Augustin arbeitet mit so unterschiedlichen Materialien, wie Holz, Stahl, Porzellan, Eisen und Glas. Der Künstler hat sich in den letzten Jahren vor allem auf Industrieglas konzentriert. Seine Intention war Glasblöcke wie ein Steinbildhauer mit Hammer und Meißel zu bearbeiten. Nach langen Versuchen kam Augustin auf die Idee Industrieglasplatten zu Blöcken zu verkleben, welche dann tatsächlich dieser brutalen Bearbeitung standhalten. Viele Arbeiten bleiben klar, förmlich mit Licht spielend. Manche erlauben einen Blick ins Innere, die dem Betrachter eine völlig neue und unerwartete Perspektive zur äußeren Form geben. Andere Arbeiten wiederum sind mit Eisenoxyden patiniert. Hier nähert sich der Betrachter einem massiven, fast unzerstörbaren Eisenblock. Nur bei näherer Betrachtung realisiert man, dass es sich um Glass handelt - pure Zerbrechlichkeit ...

Text: “European Sculpture – methods, materials, poetry” (at the Edsvik Konsthall, Stockholm)